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Diakonie Gütersloh organisiert Booster-Impfung - 167 Mitarbeitende erhielten Auffrischung

In Eigenregie hat die Diakonie Gütersloh am Sonntag eine „Booster-Impfaktion“ für Mitarbeitende und deren Angehörige realisiert. 167 Männer und Frauen ließen in der Tagespflege in der Gütersloher Kirchstraße ihren Schutz vor einer schweren Covid-Erkrankung auffrischen.

Die Aktion wurde schnell auf die Beine gestellt. Mitte vergangener Woche hatte sich das Angebot aufgetan, bereits am Sonntag wurde in der Tagespflege geimpft. Bei kaltem, aber zum Glück trockenem Wetter. Alle Angemeldeten wurden auf insgesamt sieben Zeitfenster verteilt, sodass niemand lange warten musste. Und wem es doch fröstelte: Zum Aufwärmen gab es warmen Apfelsaft mit Zimt.

Sogar besondere Impfwünsche konnten erfüllt werden – zum Beispiel die Bitte einer Diakonie-Mitarbeiterin. Sie fragte, ob ihre pflegebedürftigen Eltern ebenfalls geboostert werden könnten. Das Problem: Die beiden Senioren sind nicht mobil, konnten also auch nicht zu dem Booster-Termin an der Kirchstraße kommen. Und ein Besuch durch den überlasteten Hausarzt bei ihnen zu Hause war vorerst nicht in Sicht. Spontan fuhr die Ärztin in ihrer Mittagspause mit zu den Eltern der Frau. Als beide geimpft waren, standen der Tochter Freudentränen in den Augen: „Ich bin froh und dankbar, dass es geklappt hat.“

Insgesamt hatte sich das Angebot an alle rund 1.500 haupt- und ehrenamtlichen Diakonie-Mitarbeitenden und deren Angehörige aus dem Raum Gütersloh und Bielefeld gerichtet. Denn zum Unternehmensverbund der Diakonie Gütersloh zählen auch der DiakonieVerband Brackwede und eine Service-Tochter.

Hintergrund der Aktion

„Akut mangelt es an Impfangeboten bei Ärzten und Impfstellen“, erklärt Vorstand Björn Neßler die Motivation hinter der Aktion. „Viele unserer Mitarbeitenden haben zwar schon Termine für den Booster. Aber gar nicht mal so wenige finden aufgrund des großen Andrangs aktuell keine Möglichkeit. Einige unserer Pflegekräfte sollten sogar erst im April einen Booster-Termin erhalten. Eine Bielefelder Ärztin hat sich dann bereiterklärt, uns zu unterstützen. Dafür sind wir sehr dankbar!“ Die Ärztin brachte nicht nur ein Team, sondern auch ausreichend Dosen des mRNA-Impfstoffs von Moderna mit. Im Gegensatz zu Biontech ist dieser zurzeit gut zu erhalten – jedoch leider erst für Personen ab 30 Jahren empfohlen.

„Wir hoffen, dass sich die Lage hier bald wieder entspannt“, so Björn Neßler. „Denn viele unsere Mitarbeitenden sind unter 30 und sowohl fürs Boostern als auch für eventuell noch fehlende Erstimpfungen auf Biontec angewiesen.“ Gerade vor dem Hintergrund der angekündigten Impfflicht für Pflegekräfte müsse sich hier dringend etwas tun. Aktuell seien ca. 83 Prozent aller Pflege-Mitarbeitenden im Unternehmensverbund der Diakonie Gütersloh vollständig grundimmunisiert (also geimpft und/oder genesen). Ca. 20 Prozent wurden bereits geboostert.

„Impfpflicht für die Pflege greift zu kurz“

Apropos Impfpflicht: „Eine Pflicht nur für Pflegende greift aus unserer Sicht zu kurz und ist nicht zielführend“, so Neßler. „Unsere Bewohner und Klienten haben deutlich mehr Kontaktflächen als unsere Mitarbeitenden. Wer vulnerable Menschen schützen will, muss die Impfpflicht also weiter denken und weitere Gruppen miteinbeziehen.“

Innerhalb der Diakonie geht es nun darum, weiter zu boostern und auch die noch nicht immunisierten 17 Prozent von einer Impfung zu überzeugen.

„Schon in diesem Dezember wird es die nächste Gelegenheit zum Boostern geben“, kündigte Qualitätsmanager Markus Friedrich an. Darüber hinaus plane er regelmäßige Impfangebote in Praxen. Die Diakonie arbeite hier eng mit zwei niedergelassenen Hausärzten in Gütersloh und Bielefeld zusammen. Diakonie-Mitarbeitende sollen bei Bedarf sowohl Erst- als auch Auffrischungsimpfungen direkt in den Praxen erhalten. Schnell, unkompliziert und ohne Warten in einer langen Schlange. „Dass uns die beiden Ärzte dieses Angebot ermöglichen, ist klasse!“ 

Impfaktion der Diakonie Gütersloh (Archivbild)