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Stadtteilzentrum in Windflöte

Schlüsselübergabe für das neue Stadtteilzentrum in Senne-Windflöte mit (von links nach rechts): Pfarrer Georg Mikulski (Ev. Emmaus-Kirchengemeinde Senne), Benjamin Varnholt (Bereichsleiter Beratung Diakonie Gütersloh), Felix Bohnhorst (Einrichtungskoordinator des neuen Stadtteilzentrums, DiakonieVerband), Hans Heinrich Möller (Architekturbüro Wannenmacher + Möller), Bezirksbürgermeister Gerhard Haupt (Bielefeld-Senne), Ingo Nürnberger (1. Beigeordneter der Stadt Bielefeld) und Pfarrerin Dorothee Seredszus (Ev. Emmaus-Kirchengemeinde Senne).

Insgesamt 19 Mal kam das Planungsteam für das neue Stadtteilzentrum seit 2021 zusammen – mit Erfolg. Im Bild, von links nach rechts: Pfarrerin Dorothee Seredszus und Pfarrer Georg Mikulski (beide Ev. Emmaus-Kirchengemeinde Senne), Thomas Helmke (Jugendamt, Stadt Bielefeld), die Architekten Björn Wanzek und Hans Heinrich Möller (Wannenmacher + Möller GmbH), Andrea Steinberg (Büro für Sozialplanung, Stadt Bielefeld), Andreas Grabe (Bausachbearbeiter, Ev. Kreiskirchenamt Gütersloh-Halle-Paderborn), Nina Küpers (Bauamt, Stadt Bielefeld) und Felix Bohnhorst (Einrichtungskoordinator des neuen Stadtteilzentrums, DiakonieVerband Brackwede)

Dieser kleine Mann war der erste, der die Spielmöglichkeiten im neuen Stadtteilzentrum in der Windflöte ausprobierte.

Ein Projekt mit vielen Besonderheiten ist das erste eigene Stadtteilzentrum in Senne-Windflöte. Nicht nur, weil der Zeitplan und das 550.000 Euro-Budget eingehalten wurden. Sondern auch, weil mit dem Zentrum ein außergewöhnliches Nutzungskonzept verbunden ist: Am Tulpenweg 9, direkt an der Lutherkirche, werden sich künftig Alt und Jung begegnen und beraten lassen, Menschen aus verschiedenen Kulturen und unterschiedlichen Glaubensrichtungen, mit und ohne Beeinträchtigungen. Entsprechend groß war das Interesse an einem „Tag der offenen Tür“ am vergangenen Freitag.

Start für den regulären Betrieb in dem „Mitmach-Begegnungszentrum“ ist eigentlich erst im Januar 2024. Doch schon jetzt nutzten Interessierte die Gelegenheit, einen Blick in die umgebauten Gemeinderäume der Ev. Emmaus-Kirchengemeinde Senne zu werfen. Zugleich konnten sie der Schlüsselübergabe an den DiakonieVerband Brackwede als künftigem Betreiber beiwohnen.

Während kleine Kinder sofort den Spielraum eroberten, ließen sich erwachsene Besucherinnen und Besucher durch die neue Einrichtung führen und bei frisch gebackenen Waffeln, Punsch und Fladenbrot aus dem Tanoor-Ofen informieren. Unterdessen machten es sich Jugendliche aus dem benachbarten „HoT Zefi“ in einem Nebenraum gemütlich. Auch sie sollen in dem Gebäude ein neues Zuhause finden und dafür im Januar vom rund 50 Meter entfernten Primelweg hierher umziehen.

Erste Überlegungen, dass „HoT Zefi“ in ein neues Stadteilzentrum zu integrieren, hatte es bereits 2017 gegeben. Nach Fördermittelzusagen des Landes NRW tagte ab Oktober 2021 regelmäßig eine Planungsrunde aus Vertreter*innen von Kirche, DiakonieVerband, Architekturbüro und Stadtverwaltung Bielefeld. Von dem Ergebnis zeigten sich am „Tag der offenen Tür“ alle Anwesenden beeindruckt.

Treppe zur Empore wurde „wiederverwertet“

Das Gebäude besteht nun aus zwei Teilen: dem Stadtteilzentrum und der Lutherkirche. Während des anderthalbjährigen Umbaus wurde der Kirchenraum auf rund 200 Quadratmeter verkleinert. Für größere Veranstaltungen lässt sich eine mobile Trennwand zum circa 550 Quadratmeter großen und barrierefreien Stadtteilzentrum hin öffnen. Die Empore wurde zugemauert. Dahinter befindet sich nun ein Gruppenraum. Die evangelische Kirchengemeinde nutzt weiterhin den Kirchraum und wird sich mit dem DiakonieVerband abstimmen, falls sie mehr Platz benötigt.

Möglichst nachhaltig zu bauen – dies war ein wichtiges Anliegen des Planungsteams und der Architekten Hans Heinrich Möller und Björn Wanzek von der Wannenmacher + Möller GmbH. So ließen sie eine Treppe, die ursprünglich in der Lutherkirche zur Empore führte, an anderer Stelle wieder aufbauen und dabei um 180 Grad drehen.

Das dritte neue Stadtteilzentrum in Bielefeld in 2023

„Wir hoffen sehr, dass sich alle Menschen eng mit dem Stadtteilzentrum und seinen Angeboten verbunden fühlen“, sagte Benjamin Varnholt, Geschäftsbereichsleiter Beratungsdienste im DiakonieVerband Brackwede. „Hand in Hand mit den vielen Beteiligten haben wir daran gearbeitet, dass es solch eine wichtige Anlaufstelle im Quartier gibt. Ich bin mir sicher: Dieses Zentrum wird positiv auf den ganzen Stadtteil ausstrahlen.“

Von einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk für die Menschen in der Windflöte sprach Ingo Nürnberger, der 1. Beigeordnete der Stadt Bielefeld. „In der Windflöte geht das letzte von drei neugebauten Stadtteilzentren in Bielefeld an den Start – nach der Stadtteilküche in Sieker und dem Stadtteilzentrum im Oberlohmannshof. Und das alles in 2023 – ein Riesenerfolg für alle Beteiligten. Wir lassen die Stadtteile und ihre Bewohner*innen nicht allein mit ihren Herausforderungen. Für eine lebenswerte und starke Stadt brauchen wir starke Stadtteile mit einer guten Infrastruktur.“

„Das Stadtteilzentrum ist klasse gelungen“¸ sagte Bezirksbürgermeister Gerhard Haupt in seiner Ansprache. „Wenn wir es in diesem Jahr nicht hinbekommen hätten – vielleicht wäre es nächstes Jahr nichts mehr geworden.“ Der Bezirksbürgermeister überreichte 1.000 Euro für die Umgestaltung des Gartens und weitere 851 Euro für die Hausaufgabenbetreuung im „HoT Zefi“ an den DiakonieVerband.

Infokasten:

„Inklusive Anlaufstelle im Alltag“

In dem neuen „Mitmach-Begegungszentrum“ werden die Besucher*innen miteinbezogen. Sie sind angehalten, das Programm des Stadtteilzentrums mitzugestalten und weiterzuentwickeln. Unter anderem sollen verschiedene Begegnungs- und Beratungsangebote in der Einrichtung ein neues Zuhause finden. Institutionen, Vereine, Organisatoren, Ehrenamtliche und andere Akteure, die dem Stadtteil verbunden sind, sollen hier ebenfalls zusammenkommen können.

Das entsprechende Nutzerbedarfskonzept haben DiakonieVerband und Sozialdezernat der Stadt Bielefeld gemeinsam entwickelt. Rahmenbedingungen und Aufgaben wurden von der Stadt im „Profil Stadtteilzentrum“ festgelegt. Konkrete Zielvereinbarungen wurden bzw. werden noch mit dem DiakonieVerband abgestimmt.

Angebote im Einzelnen:

  • Offene Kinder- und Jugendarbeit („HoT Zefi“)
  • ffenes Stadtteilzentrums-Café
  • Projektarbeit zu den Themenbereichen Partizipation und Demokratieförderung, Kultur, Sport
  • Beratung bei familiären und schulischen Problemen
  • Familienbildung / Krabbelgruppe
  • Sprachtreff
  • Mobile Senior:innenarbeit
  • Beratungsangebote

Ergänzende Infos zu den Umbaukosten

  • Umbaukosten laut Plan: 550.000 Euro (wurden eingehalten)
  • Finanzierung Umbau: Landesfördermittel: 338.000 Euro (Zuwendungsbescheid vom 19.09.2019 – Investitionspakt Soziale Integration im Quartier NRW 2019; Durchführungsfrist: 31.12.2023)
  • Kirchengemeinde: 55.000 Euro plus Vorfinanzierung eines Betrages von 119.000 Euro, der über zehn Jahre auf die Miete umgelegt wird
  • Stadt Bielefeld: 38.000 Euro plus Refinanzierung von 119.000 Euro, umgelegt auf einen Zehn-Jahres-Zeitraum über die geförderten Sachkosten im Rahmen einer Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung